Inside iinMotion

Kennen Sie den Film „Die Reise ins Ich“? Ein Mann gerät versehentlich mit seinem U-Boot in den Körper eines anderen Mannes. Mikroskopisch klein reist er durch seine Blutbahnen, kommuniziert mit ihm und versucht, sich zu retten. Was ihm am Ende natürlich gelingt. Mich hat der Film fasziniert, an einige Szenen erinnere ich mich immer noch, obwohl ich ihn vor langer Zeit gesehen habe.

Ich musste an den Film denken, als ich mit Dr. Hans-Jürgen Wachter, Executive Vice President Heraeus New Businesses – Technology & Scouting bei Heraeus Deutschland, gesprochen habe. Unser Thema: feine, hoch technische Drähte, die von der Medizin im Körper verwendet werden. Zum Beispiel als Verbindungen zur Herzschrittmacherelektrode. Heraeus mit Sitz in Hanau ist Technologiepartner von Teiimo für das iinMotion System. Dass es Teiimo gelungen ist, Elektronik so fein in die Textilien zu integrieren, dass man davon gar nichts spürt, liegt auch an eben jenen speziellen Drähten von Heraeus, die Teiimo in den textilen Leitern verwendet. Sie stammen aus der Medizintechnik. Man könnte fast sagen, sie sind die Luxusklasse der elektrischen Leiter. Denn was in der Medizin eingesetzt wird, muss durch strenge Zertifizierungen und muss vor allem herausragende Eigenschaften haben. „Sie müssen zum einen biokompatibel und sehr haltbar sein“, erklärt Dr. Wachter. „Zum anderen brauchen wir bei einer Anwendung im Körper extrem dünne und feine elektrische Leiter.“ Und dann wäre da noch die Leitfähigkeit. Eine hohe Leitfähigkeit bedeutet, man spart Energie. Batterien halten länger.

Im iinMotion Shirt und Bustier sind dünne, flexible Herzfrequenzelektroden eingebracht. Textile Leiter, also flache dehnbare, flexible Textilkabel verbinden sie mit der Elektronikeinheit auf dem Rücken. All das ist so unauffällig, dass Sportler/innen nichts davon merken. Shirt und Bustier sind äußerst bequem. Und natürlich waschbar!

Für Heraeus ist die Partnerschaft mit Teiimo eine Premiere. Mit Textilien hatte man in Hanau bisher noch nichts zu tun. „Wir bewegen uns normalerweise mit unsere Elektroniken und Materialien im Reinraum“, so Dr. Wachter. „Die textile Welt ist für uns Neuland. Mit Teiimo haben wir einen Partner, der die Anforderungen dort kennt und als Technologieführer unsere leitfähigen Materialien in eine neue Anwendungsform übersetzt.“

Heraeus beschäftig weltweit 12.400 Mitarbeiter. 700 sind im Bereich Forschung und Entwicklung tätig. Dort werden jährlich 150 Millionen Euro investiert. Ergebnis dieser Aktivitäten sind dann zum Beispiel leitfähige Polymere oder funktionale Kohlenstoffe, die hoch leitend sind und für Drucksensoren eingesetzt werden können. Selbstredend, dass es schon einige Patente gibt, die auf Heraeus eingetragen sind.

„Flexible Elektronik ist die Zukunft“, sagt Dr. Wachter. „iinMotion ist ein Türöffner für viele zukünftige Anwendungen und gibt den Sportlern heute schon einen neuen Blick auf ihre Performance.“

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